90 Jahre Rollei – 90 Jahre Fotogeschichte

Die Gründerjahre

Ein glücklicher Zufall führte den genialen Techniker Reinhold Heidecke und den erfahrenen Kaufmann Paul Franke zusammen. Die unterschiedlichen Talente ergänzten sich ideal und die Erfolgsgeschichte von Rollei nahm 1920 mit der Gründung der «Werkstatt für Feinmechanik und Optik – Franke und Heidecke» in Braunschweig ihren Lauf. Die Produktion startete unter beengten räumlichen Bedingungen, in einem ehemaligen Tanzlokal, mit wenigen Präzisionsmaschinen und einer Handvoll Leuten. Nur 16 Monate nach der Gründung präsentierten Franke & Heidecke das «Heidoscop». Diese erste technische Innovation auf dem Gebiet der Stereokameras bildete den Grundstein für ihren zukünftigen internationalen Erfolg.
Einen neuen Impuls erhielt das Stereofoto durch den Einsatz des bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Rollfilms. Im Gegensatz zum Plattenverfahren, war es nun möglich mehrere Bilder hintereinander einzufangen. Das Fotografieren und die grundsätzliche Handhabung der Fotoapparate wurde somit vereinfacht und ab der Jahrhundertwende immer beliebter.
 
Mit der Einführung des «Rolleidoscop» (1923), der ersten Kleinbildkamera für Rollfilm, gelang F & H dann 1926 der entscheidende Durchbruch, der sie erstmalig an die Spitze der Kamerahersteller brachte. Zugleich zeichnete sich mit dem Produktnamen «Rolleidoscop» schon zu diesem frühen Zeitpunkt der spätere Firmenname «Rollei» ab.

Der Beginn einer Kamera-Legende: die Rolleiflex


1928 entstanden die ersten zehn Prototypen der legendären zweiäugigen Rolleiflex. Bis zum Start der Serienproduktion 1929 unterlag sie noch einigen technischen Änderungen. Die patentgeschützte, zweiäugige Rolleiflex zeichnetet sich durch  Qualitätsmerkmale aus, die es zuvor in dieser Kamerakategorie noch nicht gab: Ganzmetallausführung mit präsziser Filmführung und einem der besten Objektive dieser Zeit, dem Tessar. Für Profifotografen wurde die erste kleine Spiegelreflexkamera mit sechs Aufnahmen 6x6 auf B1-6 Rollfilm zum Maß aller Dinge. Die weltweite Nachfrage übertraf alle Erwartungen und Franke & Heidecke ging auf Expansionskurs. Die bereits 1923 deutlich erweiterten Produktionsstätten reichten jetzt nicht mehr aus. Kurz nach dem 10-jährigen Firmenjubiläum konnte die Produktion in ein neues Werksgebäude mit 1.400 m² umziehen.
Kontinuierlich wurde an der Weiterentwicklung der Rolleiflex gearbeitet: 1931 präsentierte F & H eine Version für das 4x4 Format.

1933 wurde die Rolleicord, eine reduzierte, preiswertere Version der Rolleiflex, vorgestellt. Im Vergleich zur 178 [weiter...]