90 Jahre Rollei – 90 Jahre Fotogeschichte

Reichsmark teuren 6x6 Rolleiflex war sie mit 88 RM auch für Amateurfotografen erschwinglich.

Mit weltweit wachsender Begeisterung für Rollei-Kameras stiegen Beschäftigungs- und Verkaufszahlen kontinuierlich an. Bis 1935 gelang der Absatz von insgesamt 180.000 Kameras. Im Werk waren zu diesem Zeitpunkt 238 Mitarbeiter beschäftigt.

Dieser Erfolg wurde durch die Verleihung des «Grand Prix» auf der Internationalen Weltausstellung in Paris 1937 gekrönt. Franke und Heidecke erhielten diese wichtige Auszeichnung für die herausragende Kamerakonstruktion der Rolleiflex. In diesem Jahr wurde die 3. Rolleiflex Generation präsentiert.

Während die technische Entwicklung der Fotografie in den zwanziger und dreißiger Jahren rasant fortschritt, wagte es in Deutschland kaum jemand die Fotografie als Kunstform zu akzeptieren. Viele Fotografen verstanden sich nicht als Künstler, sondern ausschließlich als gute Handwerker. Ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur Anerkennung der Fotografie als Kunstform in Deutschland war die Werkbundfotoausstellung «Film und Foto» in Stuttgart. 1929 präsentierten sich dort erstmalig internationale Fotografen wie Edward Weston, Immogen Cunningham und Man Ray.

Tiefer Einschnitt: 2. Weltkrieg

Der Beginn des 2. Weltkriegs reduzierte den Kameraabsatz und war ein tiefer Einschnitt für das inzwischen weltweit agierende Unternehmen. Rollei Anhänger im Ausland wurden zu Feinden und Aussenstände in den «Feindstaaten» führten zu Vermögensverlusten. 60% des Werks- und Unternehmensgebäudes wurden im Krieg zerstört, dennoch konnte die Produktion nach Kriegsende zügig wiederaufgenommen werden. Pünktlich zur Währungsreform 1948 waren die Wiederaufbauarbeiten bereits beendet und alle Voraussetzungen für die fünfziger und sechziger Jahre geschaffen.

Die goldenen fünfziger und sechziger Jahre

Es brachen goldene Zeiten an: Bereits 1950 beschäftigte Rollei mehr Mitarbeiter als vor dem Krieg. Optimierte Modelle der zweiäugigen Rolleicord und Rolleiflex wurden vorgestellt und trotz zahlreicher Nachbauten war die weltweite Nachfrage ungebrochen. Am 28. September 1956 verließ die millionste
6x6 Rolleiflex das Werk. Die zweiäugige Rolleiflex wurde zum Symbol für die Mittelformatfotografie. Sie war ein Kultobjekt ihrer Zeit und wurde von zahlreichen Reise- Mode-, und Studiofotografen genutzt. Diese prägten den einzigartigen Rolleiflex-Fotostil. [weiter...]